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Chemotherapie

Bei der Behandlung mit einer Chemotherapie werden bösartige Tumoren mit chemischen Substanzen, den sogenannten Chemotherapeutika oder Zytostatika behandelt. Der Begriff Zytostatika stammt aus dem Griechischen und steht für „kytos“ = Zelle und „staticos“ = zum Stehen bringen. Diese Wortkreation erklärt schon das Wirkprinzip der Chemotherapie. Das Wachstum der Krebszelle soll gestoppt werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Körper Zytostatika zuzuführen. Die Häufigste ist die Gabe über die Vene, d.h. die Medikamente gelangen über das Blutsystem in den gesamten Körper. Man spricht in diesem Fall von der sogenannten „systemischen Therapie“.

Der Wirkmechanismus dieser Medikamente betrifft die Störung bzw. Unterbrechung der Zellteilung.

Es besteht die Möglichkeit, ein Zytostatikum einzusetzen, in diesem Fall handelt es sich um die „Monotherapie“. In der „Kombinationstherapie werden dagegen mehrere Medikamente gemeinsam eingesetzt. Hier macht man sich die unterschiedlichen Wirkmechanismen einzelner Substanzen zu Nutze. Denn die ungefähr 50 verschiedenen Chemotherapeutika setzen der Zelle an verschiedenen Stellen zu. Einige zerstören die DNA des Zellkerns (Alkylanzien), andere unterbrechen die Zellteilung (Antimetabolite) oder verändern die Zellmembran (Anthrazykline).

Bei einer Kombinationstherapie wird die Krebszelle an mehreren Stellen angegriffen, was einen größeren Erfolg verspricht.

Die Chemotherapie findet in Intervallen, den sogenannten „Zyklen“ statt. An einem oder auch mehreren Tagen bekommt der Patient die Therapie, gefolgt von einer Pause über mehrere Tage bis Wochen, bevor der nächste Zyklus gegeben wird.

Die Zahl der Zyklen und die Zahl der Therapietage richtet sich nach festgelegten Schemata, die den unterschiedlichen Krebserkrankungen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zugeordnet sind.

Eine Pause zwischen den Zyklen ist notwendig, weil sich der Körper von der Medikamentengabe erholen muss. Denn leider greifen die Zytostatika nicht nur die Krebszellen an, sondern auch gesunde Zellen, vor allem, die deren Teilung schnell erfolgt. Das sind zum Beispiel Schleimhautzellen, Haarwurzeln und das Knochenmark. Aus diesem Grund ergeben sich die bekannten Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Verdauungstrakts, Haarausfall und Blutbildveränderungen.

An dieser Stelle erinnern Sie sich vielleicht an die Horrorgeschichten zum Thema Chemotherapie, mit denen Sie im Rahmen ihrer eigenen Krankheit vielleicht schon im Bekanntenkreis behelligt wurden. „Man muss immer nur Erbrechen, kann nichts mehr machen und bekommt eine Glatze.“

Die Entwicklung der Medikamente und Behandlungsschemata in der Onkologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen kometenhaften Aufstieg genommen. Unzählige Medikamente sind entwickelt worden, um die Erkrankung Krebs in den Griff zu bekommen.

Seit einigen Jahren wird das Augenmerk aber besonders auch auf die bessere Verträglichkeit der Substanzen gerichtet. Denn es ist nicht unbedingt ein Gewinn, wenn zwar die Erkrankung mit einer Chemotherapie zurückgedrängt wird und eine Besserung eintritt, es den Patienten aber aufgrund der Nebenwirkungen so schlecht geht, dass er kaum noch etwas machen kann und die Lebensqualität vollkommen auf der Strecke bleibt.

Jeder von uns hat im Rahmen von Infekten schon unter Übelkeit und Erbrechen gelitten. Man stelle sich vor was es bedeutet, dieser Tortur über Monate ausgesetzt zu sein.

Es wurde von wissenschaftlicher Seite demgemäß alles daran gesetzt, viele Nebenwirkungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das geschieht zum einen durch eine Optimierung der Therapie selber, aber auch durch die parallele Gabe entsprechender Hilfsmedikamente zur Chemotherapie. So gehören heute selbstverständlich sog. Vorspülungen zur Therapie, die Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen enthalten.