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Immuntherapie

Bei der Immuntherapie handelt es sich um zielgerichtete Therapien, bei denen körpereigene Abwehrzellen des Immunsystems, die T-Lymphozyten, im Volksmund auch “Killerzellen” genannt, vermehrt werden, um dann gezielt die Tumorzellen zu zerstören.

Die Bildung der T-Zellen in den dendritischen Zellen der Lymphknoten wird normalerweise durch einen Kontrollmechanismus, den sogenannten “Checkpoint” reguliert, da eine zu hohe Zahl an Killerzellen sich gegen den eigenen Körper richten würde und Gewebe zerstören könnte. Bei der immunonkologischen Behandlung wird über ein Medikament dieser Kontrollmechanismus vorübergehend ausgeschaltet, damit sich mehr T-Zellen zur Vernichtung des Tumors bilden können. Diese Medikamente nennt man die “Checkpoint-Inhibitoren”. Die Tumorzelle selber hat an ihrer Oberfläche aber auch sogenannte Rezeptoren (PD-1-Proteine), die in der Lage sind, die T-Zellen abzuwehren. Auch diese Rezeptoren können über zielgerichtete Medikamente ausgeschaltet werden.

Die medizinische Herausforderung liegt darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stimulierung und Hemmung der Immunzellen zu erreichen, denn bei einer zu großen Zahl an Abwehrzellen kann es zu schädigenden Autoimmunreaktionen  kommen.

Ein Merkmal dieser Therapieform ist, dass ein Erfolg erst nach etwa drei Monaten einsetzt, weil die T-Zellen erst in entsprechender Zahl gebildet und dann den Kampf gegen die Tumorzellen aufnehmen müssen.

Unmittelbar nach der ersten Gabe eines solchen Medikamentes können allerdings bereits Nebenwirkungen, wie massive Durchfälle, Blutbildveränderungen, erhöhte Leber- oder Nierenwerte und Hautveränderungen auftreten.

Engmaschige Kontrollen sind daher unbedingt notwendig!

Die Behandlung mittels einer Immuntherapie ist nicht zu verwechseln mit der hochfrequent in der Presse propagierten “Stärkung des Immunsystems”. Dabei handelt es sich in der Regel um Maßnahmen aus dem Bereich der Alternativmedizin, welche die “Abwehrkräfte steigern” sollen. Ein Nutzen dieser Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Diese Verfahren haben  darüber hinaus mit der hier beschriebenen Therapie nichts zu tun!