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Orale Therapie

Die medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen beschränkt sich nicht nur auf intravenöse Infusionen, sondern es gibt auch die sogenannte orale Therapie, also die Medikation in Tablettenform.

Gab es diese Behandlungsmöglichkeit noch vor einiger Zeit nur in wenigen Fällen, nimmt diese Form der Therapie immer mehr zu. Schon seit vielen Jahren erhalten Frauen, die einen hormonsensitiven Brustkrebs hatten oder haben, über einige Jahre eine sogenannte “antihormonelle Therapie” in Tablettenform.

Die Behandlung der CML, der chronisch-myeloischen Leukämie, fand einen entscheidenden Durchbruch mit der Entwicklung der sogenannten “Tyrosinkinasehemmer” oder “Tyrosinkinaseinhibitoren”, Medikamenten, die ebenfalls in Tablettenform einzunehmen sind.

Die Entwicklung in diesem Bereich schreitet mit Riesenschritten voran und stellt Arzt und Patient vor ganz neue Herausforderungen. Zwar hört es sich zunächst sehr bequem an, wenn die Therapie zu Hause stattfinden kann, die damit einhergehenden Erfordernisse werden aber oft unterschätzt.

Denn, wie nahezu jede Chemotherapie, verursachen auch  Therapien in Tablettenform häufig Nebenwirkungen, die im Auge behalten werden müssen. Eine Voraussetzung dieser Behandlung ist die Bereitschaft des Patienten, sich genau an die Vorgaben des Arztes bezüglich Dosierung, Einnahmezeitpunkt und -dauer zu halten, um den Therapieerfolg zu gewährleisten und Gefahren durch falsche Einnahme auszuschließen. Diese Eigenverantwortung und Mitarbeit des Patienten nennt man Adhärenz und ohne sie ist eine wirkungsvolle, zielgerichtete orale Therapie nicht möglich.

Speziell auch in Bezug auf potentielle Nebenwirkungen einer oralen Therapie ist der Behandler auf die Rückmeldung des Patienten angewiesen. Leider kommt es nicht selten vor, dass Patienten bei Problemen ohne Rücksprache die Dosis selbständig verändern oder das Medikament sofort absetzen.

Ihr Onkologe muss sich aber darauf verlassen können, dass Sie ihn bei Problemen sofort kontaktieren, um adäquate Maßnahmen zu besprechen.

Sollten Sie also eine Therapie in Tablettenform erhalten, beherzigen Sie diesen Rat, um das Ziel der Behandlung und Ihr Wohlergehen nicht zu gefährden!