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An dieser Stelle erhalten Sie einige wesentliche Informationen zum Thema Sozialleistungen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden aber die immer wieder im Patientengespräch aufgeworfenen Fragen behandelt.

Sollte das von Ihnen gesuchte Thema nicht behandelt werden, erhalten Sie, über die am Textende eingefügten Links, Hinweise über weitere Informationsangebote.

Grundsätzlich gilt, dass Sie als onkologischer Patient die Frage von Zuzahlungen für Medikamente, Taxifahrten und sonstiges mit Ihrer Krankenkasse klären müssen.

Besonders für Privatpatienten empfiehlt sich ein zeitnahes Gespräch mit der Kasse, weil aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Tarife hier keine Pauschalaussagen gemacht werden können.

Für Kassenpatienten sieht der Gesetzgeber einige Basisvereinbarungen vor:

Zuzahlungen für rezeptpflichtige Arznei- und Verbandmittel:

Bei allen Leistungen muss der Patient 10 % der Kosten selbst tragen, mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro. Liegt der Preis des Medikaments unter 5 Euro, zahlt der Patient den tatsächlichen Preis.

Für dieses Zuzahlungen, die sich im Falle einer chronischen Erkrankung ja sehr schnell summieren, gibt es eine jährliche Höchstgrenze, die sogenannte „Belastungsgrenze“, um die Patienten nicht finanziell zu überfordern.

An Zuzahlungen können Ihnen und Ihren im selben Haushalt lebenden Angehörigen jährlich maximal 2 % des Familienbruttoeinkommens an Zuzahlungen zugemutet werden. Bei schweren chronischen Erkrankungen liegt die Belastungsgrenze bei 1%.

Definition „schwer chronisch krank“:

Patienten, die sich in ärztlicher Dauerbehandlung befinden und mindestens ein Jahr lang einmal pro Quartal wegen derselben Krankheit behandelt werden und die ein weiteres der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Mindestens Pflegestufe 2 oder 3
  • Mindestens 60 % schwerbehindert oder erwerbsgemindert
  • Dauerhafte medizinische Versorgung, ohne die sie die Erkrankung lebensbedrohlich verschlimmern würde oder Lebensqualität oder Lebenserwartung verringert würden.

 

Genaue Details zur Berechnung der „Belastungsgrenze“ erfahren Sie in dem kostenlosen „Blauen Ratgeber: Wegweiser zu Sozialleistungen“ der Deutschen Krebshilfe. Fragen Sie in ihrer onkologischen Praxis, ob der Ratgeber dort vorrätig ist!

Medikamente, die ohne Rezept freiverkäuflich erhältlich sind (OTC-Präparate) werden in der Regel nicht mehr von den Kassen erstattet.

Eine Sonderregelung greift hier für Krebspatienten:

Gelten die Medikamente als Therapiestandard, übernimmt die Kasse die Kosten auch für freiverkäufliche Medikamente. Eine Liste dieser Medikamente finden Sie unter www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/arzneimittel/richtlinie/

Heilmittel:

Dazu gehören zum Beispiel Krankengymnastik, Massagen, Sprach- und Ergotherapie.

Jeder erwachsene Patient muss 10% der Kosten für die Anwendung selber tragen plus 10 Euro pro Verordnung.

Hilfsmittel:

Zu medizinischen Hilfsmitteln zählen z.B. Prothesen (Brustprothesen), Gehilfen, Rollstühle, Perücken, prothesengerechte Badeanzüge.

Der Arzt muss diese Hilfsmittel verordnen, damit die Kasse zahlt.

Sie selbst zahlen 10 % des Abgabepreise, dabei mindestens 5, höchstens 10 Euro.

Für die Hilfsmittel findet ebenfalls die jährliche „Belastungsgrenze“ Anwendung.

Vorsicht:

Bei manchen Hilfsmitteln hat die Kasse einen Festbetrag festgelegt. Liegt der Preis des Hilfsmittels darüber, muss der Patient die Differenz tragen.

Erkundigen Sie sich also in jedem Fall nach dem Preis!

Fahrtkosten:

Fahrten zur Chemo-, Strahlentherapie oder Dialyse werden von den Kassen übernommen. Diese Fahrten müssen aber zuvor von Ihrer Krankenkasse genehmigt werden! Lassen Sie sich also von Ihrer onkologischen Praxis eine Bescheinigung für die anstehende Behandlung ausstellen, die Sie der Kasse vorlegen können.

Auch hier gilt wieder: Pro Fahrt zahlt der Pat. 10 % selbst, mindestens 5, höchstens 10 Euro.

Haushaltshilfe:

Sie haben als onkologischer Patient Anspruch auf Unterstützung im Haushalt, wenn Sie ins Krankenhaus müssen oder eine Kur machen und den Arbeit zu Hause nicht mehr alleine bewältigen können. Das ist vor allem ein Problem, wenn noch jüngere Kinder im Haushalt leben.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Keine andere im Haushalt lebende Person kann die Arbeiten ausführen
  • Ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes Kind lebt im Haushalt

Für jeden Kalendertag zahlen Sie wieder 10% der Kosten selbst, mindestens 5, höchstens 10 Euro.

Die Kosten für eine Haushaltshilfe können auch übernommen werden, wenn Sie diese selbst ausgesucht haben, also zum Beispiel ein entfernter Verwandter oder Bekannter Sie unterstützt. Eventuell können in diesem Fall Verdienstausfall und Fahrtkosten von der Krankenkasse übernommen werden. Erkundigen Sie Sich diesbezüglich!

Rehabilitation (ambulant und stationär):

Für Rehabilitationsmaßnahmen sind in Deutschland die Krankenkassen, die Renten- oder Unfallversicherungen zuständig.

Soll die Reha-Maßnahme der Wiederherstellung der Gesundheit dienen, die in der Regel die Krankenkasse der Kostenträger.

Eine onkologische Rehabilitation, die Ihr psychisches und physisches Allgemeinbefinden bessern und Sie wieder fit für den Alltag machen soll, wird im ersten Jahr nach der Primärbehandlung genehmigt, wenn der Kostenträger die medizinische Notwendigkeit geprüft hat. In Einzelfällen werden auch zwei Jahre nach Primärbehandlung noch Rehamaßnahmen genehmigt.

Nach vier Jahren kann eine weitere Reha beantragt werden, es sei denn, es ist zu einem Rückfall der Erkrankung gekommen, dann ist auch schon früher eine weitere Rehabilitation möglich.

Die Anträge werden in der Regel von Ihrem Onkologen ausgefüllt, Sie selbst müssen allerdings die Unterschrift leisten.

Anträge und weitere Formulare können Sie sich über die Internetseite der Deutschen Rentenversicherung herunterladen: www.deutsche-rentenversicherung.de

Bei einer stationären Reha, die über die Rentenversicherung läuft, zahlt der Patient 10 Euro pro Tag für maximal 42 Tage zu. Ambulante und teilstationäre Maßnahmen sind zuzahlungsfrei.

Zahlt die Krankenversicherung die Reha sind für stationäre, ambulante und teilstationäre Maßnahmen 10 Euro täglich, ohne zeitliche Begrenzung, an Zuzahlung zu entrichten.

Rehasport:

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass Sport den Genesungsprozess unterstützt, Chemotherapien besser verträglich macht und ein wahrer Stimmungsaufheller ist. Mit der Bewegung steigt die Lebensqualität, besonders auch dann, wenn man sich Gruppen anschließt, die gemeinsam Sport treiben.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten sportlicher Rehamaßnahmen von den Krankenkassen oder der Rentenversicherung übernommen. Ihr niedergelassener Arzt muss für diesen Zweck eine Verordnung ausstellen.

Über 18 Monate übernimmt die Krankenkasse dann in der Regel 50 Einheiten á 45 Minuten. Mit dem Rehasport sollte im ersten Jahr nach Diagnosestellung begonnen werden.

Adressen, wo in Ihrer Wohnortnähe Rehasport angeboten wird, können Sie über den jeweiligen Landessportbund oder den Behindertensportverband erhalten.

Auch zum Thema „Krebs und Sport“ hat die Deutsche Krebshilfe einen Blauen Ratgeber verfasst (Heft Nr. 48), den Sie über Ihren Onkologen oder direkt bei der Krebshilfe kostenlos erhalten können.