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Darf ich während der Phase der Behandlung Sport treiben?

“Wenn man Chemotherapie bekommt, braucht man Ruhe. Das Beste ist, im Bett zu liegen und zu schlafen. Mehr wird sowieso nicht möglich sein”. So oder ähnlich lauteten die Empfehlungen bis in die 1990er Jahre. Aber die Situation hat sich geändert. Heute weiß man, dass ein vernünftiges Maß an Bewegung und leichter sportlicher Betätigung sowohl den Therapieerfolg unterstützt, als auch die Therapie besser verträglich macht. Ausruhen ist eher kontraproduktiv und lässt den Patienten noch schwächer werden. Diejenigen, die sich bewegen , haben weniger mit Nebenwirkungen zu kämpfen, als diejenigen, die sich körperlich nicht fordern. Selbst schon ein regelmäßiger Spaziergang an der frischen Luft, ein wenig Gymnastik, im besten Falle in einer netten Gruppe, haben positive Auswirkungen auf das körperliche Befinden und natürlich besonders auf die Psyche.

Mittlerweile wurde in etlichen Studien der Benefit der sportlichen Betätigung bei Krebserkrankungen und Chemotherapie belegt. Schon vier Stunden Bewegung pro Woche – und damit ist kein Hochleistungssport gemeint! – senken das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, um mehr als 20 Prozent. Gleiches gilt für Darmkrebs. Ist man bereits erkrankt, wird das Rückfallrisiko deutlich gesenkt.

Darüber hinaus trägt regelmäßige sportliche Aktivität dazu bei, das Immunsystem zu stärken, was besonders für Patienten, die chemotherapeutisch behandelt werden, von besonderer Bedeutung ist. Die Nebenwirkungen der Therapie sind deutlich geringer, als bei Patienten, die sich während der Monate der Behandlung im Ruhemodus befinden. Besonders die häufige, unangenehme Begleiterscheinung der extremen Müdigkeit (der so. Fatigue) kommt unter regelmäßigem Bewegungsprogramm kaum noch vor.

Als Einschränkung gilt jedoch, dass am Tag der Therapie auf Sport verzichtet werden sollte.

Bekommen Sie zusätzlich eine Strahlentherapie, ist in dieser Phase das Schwimmen in Chlor- oder Salzwasser, wegen der hohen Belastung für die ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Hautpartien, nicht angeraten.

Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Krankenkasse nach Sportkursen, deren Kosten übernommen werden. Da ist heute einiges im Programm und auf diesem Weg befindet man sich dann in Gesellschaft anderer Patienten, was möglicherweise die Motivation erhöht.

Die Empfehlung des World Cancer Research Fund lautet, sich täglich 30 Minuten moderat zu bewegen und zwei- oder dreimal pro Woche ein intensiveres Training zu absolvieren (Quelle: Focus Gesundheit, Krebs. Sept./Okt.2017).

Natürlich sollten Sie im Vorfeld mit Ihrem behandelnden Onkologen Ihr sportliches Vorhaben besprechen, das Ihrer körperlichen Situation unter Chemotherapie gerecht werden muss.  Erst wenn Ihr Arzt Ihnen “grünes Licht” gegeben hat, können Sie loslegen!

Sie werden sehen, Körper und Psyche leben auf und die Gesamtsituation wird deutlich erträglicher.