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Ich soll an einer Therapiestudie teilnehmen. Werde ich zum Versuchskaninchen?

„Wir würden Sie gerne im Rahmen einer Therapiestudie behandeln!“ „Oh je“, denken Sie sich vielleicht. „Ist es so schlimm mit mir, dass nur noch Medikamentenversuche infrage kommen?“ So oder ähnlich mag es Patienten gehen, die in der Sprechstunde mit ihrem Onkologen mit dem Thema „Therapiestudie“ konfrontiert werden.

Dabei sind solche Sorgen vollkommen unbegründet. Denn eine Praxis oder ein Krankenhaus, das Therapiestudien anbietet, also die wissenschaftliche Forschung unterstützt, kann als unbedingtes Qualitätskriterium betrachtet werden.

Denn wer in diesem Bereich tätig ist, ist qualitativ auf dem neuesten Stand und arbeitet nach evaluierten wissenschaftlichen Standards.

Die Onkologie hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt, was nur aufgrund von zahlreichen Studienergebnissen möglich war. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente, sondern auch um die Wirksamkeit der Therapie bei Zusammensetzung verschiedener Zytostatika und natürlich auch um die Verträglichkeit. Zahlreiche onkologische Studien zielen heute darauf ab herauszufinden, wie belastende Nebenwirkungen verhindert werden können.

Wenn Sie also gefragt werden, ob Sie sich vorstellen können, an einer Studie teilzunehmen, geht es in der Regel um solche „Therapieoptimierungen“, d.h. die verwendeten Medikamente sind bereits auf dem Markt und zugelassen und werden nur in verschiedenen Kombinationen mit anderen Medikamenten oder unterschiedlichen Dosierung gegeben. Oder es geht darum, bei zwei gleichwertig wirksamen Therapieschemata festzustellen, welches Regime verträglicher für den Patienten ist.

Aber selbst wenn in einer sogenannten „Zulassungsstudie“ ein noch nicht zugelassenes Medikament gegeben wird, können Sie sicher sein, der medizinischen Forschung nicht als Versuchskaninchen dienen zu müssen. Denn bis ein neues Medikament den Patienten im Rahmen einer Studie gegeben wird, hat es schon viele vorangegangene Studien hinter sich gebracht und wird als vielversprechend für die Behandlung eingestuft.

Jede geplante Studie muss strenge Kriterien erfüllen, um das Wohl des Patienten sicherzustellen und den Sinn einer Therapiestudie zu rechtfertigen. Eine unabhängige Ethikkommission, die sich aus bis zu zehn unabhängigen Mitgliedern verschiedener Berufssparten zusammensetzt befinden darüber, ob diese Kriterien erfüllt sind und geben grünes Licht, oder eben auch nicht.

Bei der Entscheidung, ob Sie an einer Therapiestudie teilnehmen denken Sie bitte auch daran, dass der onkologische Standard, den es heute gibt, nur durch die Bereitschaft von Patienten, an Studien teilzunehmen, erreicht werden konnte.

Dennoch ist es allein ihre Entscheidung, ob Sie eine Teilnahme wünschen oder nicht. Sie haben sich – auch das ist ein wesentliches Kriterium bei den rechtlichen Vorgaben, die eine medizinische Studie zu erfüllen hat – niemandem gegenüber zu rechtfertigen oder zu verantworten, wenn Sie nicht teilnehmen möchten. Und Sie dürfen sicher sein, dass Ihre Behandlung nicht darunter leidet, sondern Sie auch außerhalb einer Therapiestudie nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden.

Die Behandlung im Rahmen einer Studie bringt für den Patienten aber durchaus auch Vorteile. Bei seiner Behandlung hat sich der Arzt streng an den von der Studienzentrale vorgegebenen Prüfplan zu halten. Diagnostik und Therapie müssen engmaschig dokumentiert und an die Zentrale weitergeleitet werden, um den Erfolg der Studie zu gewährleisten. Der Patient wird also besonders akribisch überwacht. In fast allen Studien wird ein erhöhtes Augenmerk auf die Lebensqualität unter der Therapie gerichtet. Die Studienteilnehmer geben regelmäßig schriftlich in sogenannten „Lebensqualitätsbögen“ Auskunft über physische und psychische Befindlichkeiten.